Eine Redensart
Unter die Räder kommen,
eine Redensart, die
Schlimmes verheißt…
Du wirst überrollt, es
erfaßt dich ein unentwegt
und unbeirrt vorwärts
drängendes “Etwas”
Ein wild gewordener Stier,
ein Tier mit mindestens
vier Hörnern, das dich
stößt und schiebt, in den
staubigen Boden der
spannungsgeladenen
LebensArena drückt
Du verlierst den Boden
unter den Füßen und
landest in der Gosse,
kannst keinen Fuß mehr
fassen, dein Leben ist
nichts mehr wert, läuft
nur noch verkehrt
Alles überfordert dich,
du hältst dem Druck nicht
mehr stand, alle Organe
versagen, sterbenskrank
kommst du nicht mehr
auf die Beine. Du hast
dich selbst verloren
Der Lebenszug hat dich
überrollt, vernichtet und
plattgewalzt, er fährt
weiter, doch dich gibt
es nicht mehr, denn
du kamst unter die Räder…
Wenn du Angst hast,
unter die Räder zu kommen,
rufe deinen Schutzengel,
Stehaufmännchen nennt man ihn.
Reiche ihm die Hand
und er hilft dir auf.
Rede mit ihm
und er spricht dir Mut zu.
Er gibt dir die Kraft,
die ersten Schritte zu versuchen.
Wenn du strauchelst,
steht er neben dir.
Wenn deine Füße dich tragen,
verspürst du die Kraft,
alleine zu laufen
und mit deiner Standfestigkeit
siehst du den drohenden Rädern
lächelnd hinterher.
© G. B.







