abc.etüden(8.1)

Das Sonntagsprojekt von Textstaub

3 vorgegebene Wörter, daraus eine Kurzgeschichte mit  maximal 10 Sätzen schreiben

aktuelle Wörter vom  letzten  Sonntag:

Sternenwandern-fliederfarben-Bruchstücke

abc.etüden/Der Brautstrauß

Annamaria  liebte alle Farbtöne von fliederfarben bis dunkellila. Und sie liebte es, Hochzeiten  zu feiern, denn tief in ihrem Inneren erhoffte sie, ihren Traummann bei einer Hochzeitsfeierlichkeit zu treffen und zu erobern.

Zur Hochzeit ihrer Freundin Svenja trug sie ein zart fliederfarbenes Etuikleid und einen dunkellila Hut, Handtasche und Schuhe passten selbstverständlich farblich zum Hut.

Hochzeit feiern war für sie  wie Sternenwandern und sie freute sich ganz besonders, dass sie bei Svenjas und Marcs Hochzeit singen durfte, all das, was sie sonst berufsmäßig bei Hochzeiten zum Gelderwerb sang. Bei dieser  Feier, mitten im Wonnemonat Mai, war sie zweihundertprozentig dabei und holte alles aus ihrer mitreißenden Stimme heraus.

Die Zuhörer hingen wie gebannt an ihren Lippen, selbst der sie begleitende Pianist konnte seine Augen nicht von ihr lassen. Nachdem der Applaus verklungen war, starrte sie wie gebannt auf Svenja, die sich anschickte, den Brautrauß  mit den lila Fresien und den cremefarbenen Rosen, lila gerändert, in die Menge zu werfen. Von da an bekam Annamaria nur noch Bruchstücke mit, denn sie starrte fassungslos  auf den Brautstrauß in ihren Händen. Und wo war er, der Mann ihrer kühnsten Träume?

Er musste hier in der Menge sein, daran glaubte sie ganz fest, denn wenn der Brautstrauß erst einmal da war, konnte der passende Mann dazu nicht weit sein.

 

 

 

abc.etüden (8)

textwoche-10-17-2Das Sonntagsprojekt von Textstaub

3 vorgegebene Wörter, daraus eine Kurzgeschichte mit  maximal 10 Sätzen schreiben

aktuelle Wörter vom  heutigen Sonntag:

Sternenwandern-fliederfarben-Bruchstücke

 

abc.etüden/Grenzerfahrung

Er hatte die Orientierung völlig verloren und wusste, dass seine Überlebenschancen gleich Null waren. Sein Gesicht war mit dicken Salzkrusten bedeckt, Durst, Hunger und Müdigkeit übermannten ihn, als er  im Schutz einer Felswand niederkniete und sich seinem Schicksal ergab.

Mittlerweile war es dunkel  geworden und die sengende Hitze in der Arabischen Wüste war einer kalten und sternenklaren Nacht gewichen. Verwundert öffnete er die Augen, schloss sie aber sofort wieder, als er in das gleißende Licht eines Feuers blickte.

Er konnte sich nur an Bruchstücke erinnern.

Seine Gruppe hatte er verloren, er hatte keinerlei Vorräte mehr, Hunger und Durst machten ihn fast besinnungslos und doch fühlte er sich plötzlich geborgen und nicht mehr alleine.

Neben ihm saß eine junge wunderschöne Frau, deren dunkle Augen unentwegt auf ihm ruhten und deren rechte Hand ihm immer wieder neu die ausgetrockneten Lippen mit einem weichen Schwamm befeuchteten. Der klare Nachthimmel über ihnen lud zu einer Sternenwanderung ein, das Tor zwischen Tag und Nacht zu passieren und sich ganz der Natur und seiner Schönheiten hinzugeben.

„Komm“, sagte sie leise zu ihm, zog ihn mit der Leichtigkeit einer Elfe an beiden Händen hoch und hinter sich her. Das Feuer der Nacht ließ ihr weißes Gewand fliederfarben leuchten und war ihm die einzige, aber  sichere Orientierung auf diesem Weg.

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abc.etüden (7)

2017-02-26-02-47-22

Das Sonntagsprojekt von Textstaub

3 vorgegebene Wörter, daraus eine Kurzgeschichte mit  maximal 10 Sätzen schreiben

abc.etüden

aktuelle Wörter vom Sonntag: uferlos-Atem-Fragment von poeta

Endspiel

Das Meer tobte, vom Sturm aufgepeitscht und laut klagend. Der Horizont versank im Grau, uferlos.
Die Kälte ließ ihren keuchenden Atem wie Nebelschwaden vorauseilen. Sie rannte, stolperte, sank in den nassen Sand, raffte sich wieder auf und hetzte weiter, als sei der Leibhaftige hinter ihr her.
Ihr Herz pochte so laut, als säße es ihr mitten im Hals und wartete nur darauf hinauszuspringen.
Auch das letzte Quentchen Kraft verließ sie. Sie fühlte verzweifelt, dass sie aufgeben würde.
Der Traum, der sie trieb, fiel in sich zusammen.Nicht einmal ein Fragment blieb übrig. Es war vorbei.

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