Nachdenkenswert 14

Schweigen heißt
nicht Stummsein,
wie Wort nicht Gerede heißt.
Stummsein schafft nicht
Einsamkeit und Gerede
schafft nicht Gemeinschaft.

© Dietrich Bonhoeffer

 

Für die Opfer der
sinnlosen Spirale der Gewalt
auf Sri Lanka am Ostersonntag 2019

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Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.19 (2)

Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.19 | Wortspende von Geschichtszauberei

Die Wörter für die Textwochen 12/13 des Schreibjahres 2019 kommen von Rina und ihrem Blog Geschichtszauberei. Ihre neuen Begriffe lauten:

Café
verdorben
beißen

 

Aller Anfang ist schwer 

Er war ungenießbar und schmeckte säuerlich, fast verdorben. Kaum zu glauben, was aus diesem gemütlichen kleinen Café am Rande der Stadt geworden war, seitdem die Besitzer gewechselt hatten. Aber so war das  oft. Die neuen Besen kehrten nur gut, solange sie neu waren. Angewidert schob sie den Teller mit dem angebissenen Käsekuchen von sich weg und hoffte, davon keinen Herpes zu bekommen, von Flatulenzen und anderen Nachwirkungen mal ganz abgesehen.

Was für ein Tag! Sie war herumgelaufen wie ein aufgescheuchtes Huhn, hatte bereits am frühen Samstagmorgen ihre ganze Wohnung auf den Kopf gestellt und geputzt und war dann aus lauter Verzweiflung joggen gegangen. Der frische Muskelkater eroberte sich deutlich in spürbarer Genauigkeit jeden Muskel ihres Körpers.

So schwierig hatte sie sich das alles nicht vorgestellt und sie begann, sich nervös auf die Unterlippe zu beißen. Durchhalten und keinen weiteren Gedanken daran verschwenden, das war ihr Mantra, das wie ein kleiner Film kontinuierlich vor ihrem inneren Auge ablief.

Sie zahlte, legte sich den Schal eng um den Hals und trat hinaus in die feuchtkalte Märzluft. Selbst, wenn ihr der Muskelkater bereits zu schaffen machte, musste sie ja irgendwie wieder nach Hause kommen und ein zügiger Schritt lenkte sie von ihren permanenten Gedanken ab.

Als sie nach Hause kam, war der Geruch in der Wohnung trotz der intensiven Putzaktion wie ein Schlag ins Gesicht. Der musste raus! Ohne einen neuen Farbanstrich wäre das jedoch hoffnungslos. Sie blickte auf die Uhr – der Baumarkt hatte noch geöffnet. Ohne länger zu überlegen, schnappte sie sich ihre Geldbörse, Papiere und Autoschlüssel.

Morgen hatte sie nichts vor und zwei ihrer engsten Freunde hoffentlich auch nicht. Ihr Plan für das Wochenende nahm immer klarere Konturen an und die Aktion  fing an, ihr Spaß zu machen. Eine frisch renovierte Wohnung würde der unwiderrufliche  Start in ihre frische Nichtraucherkarriere bedeuten.

300 Wörter

 

 

Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.19

Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.19 | Wortspende von Geschichtszauberei

Die Wörter für die Textwochen 12/13 des Schreibjahres 2019 kommen von Rina und ihrem Blog Geschichtszauberei. Ihre neuen Begriffe lauten:

Café
verdorben
beißen

 

Wenn det Tanzbeen juckt …

Im Café Keese sitz ick nun,
weeß nich so recht, wat soll ick tun?
Hier sind ne Menge netter Frauen,
die alle zu mir rüberschauen.

Det Telefon fängt an zu läuten,
mich juckt’s, ick könnt mir jetzt glatt häuten.
„Na, Kleener, haste uff mir Lust?
Sach ja, sonst bin ick gleich voll Frust!“

So hat man mir noch nie umworben,
direkt und so ganz unverdorben,
mich, Fritze Müller aus dem Wedding,
erfahren bisher nur im Petting.

Die Kleene mit den roten Locken
scheint liebend gerne abzurocken.
Die Füße unterm Tisch kaum still,
weeß sie doch sicher, wat se will.

Wie mag die Zuckerschnute heißen?
Ick könnt mir in den Hintern beißen,
wär ick doch bloß nich so jehemmt
und wie ein I-Männchen verklemmt!

Wat soll’s! Ick jeh nu einfach zu ihr hin,
denn janz nach ihr steht mir der Sinn.
Ick werd mit ihr det Tanzbein schwingen,
ihr zärtlich wat ins Öhrchen singen,

sie in mein Liebesnest entführen
und ihren heißen Körper spüren … .

Ick nippe kurz an meinem Gin –
herrje, wo isse denn nu hin?
Wo ick sie eben noch jesehn,
seh icke jetzt nen Kellner steh’n.

Geplatzt wie eene Seifenblase,
ick fühl mir wieder wie Zwerg Nase,
geh nun allene wieder heim
und denke: Sollte halt nich sein!

© G. Bessen

212 Wörter

 

 

 http://www.cafekeese.de/

 

Als eines der beliebtesten Berliner Tanzlokale ist das Café
Keese auch jenseits der Berliner Stadtgrenze berühmt.

Ein Freund von uns hat dort vor 26 Jahren seine Herzensdame  gefunden und lebt nun, glücklich verheiratet mit ihr, in der Schweiz …