Karneval

Die tollen Tage stehen an,
drum rette sich, wer eben kann
vor allzu viel „Helau“, „Alaaf“
und Büttenreden, selbst im Schlaf.

Ich mach‘ mir nichts aus Karneval
und Lachen wie ein Wasserfall.
Drum such‘ ich mir für diese Zeit
die maskenlose Fröhlichkeit.

c/ G. Bessen, 2014

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fastnacht

Basler Fasnacht

von Bruni Kantz

Ein Traum,
ein winterlicher, kalter,
genussvoller Traum.

Mitten in stockdunkler Nacht
sind die Pfeiffer und Trommler
voll Spannung erwacht.

Sie rüsten zum
jährlichen Morgenstraich.
Schlag 4,00 Uhr
in pechschwarzer Nacht
wird der Zug mit
Pfeifen und Trommeln
zum Laufen gebracht.

Die Laternen sind riesig,
die Träger voll Kraft.
Künstler haben Wundervolles
mit den Sujets der Cliquen
vollbracht.

Morgenstraich
und Nacht
sind am Ende.
Müde gelaufene
Menschen suchen
Betten und Wände.

Doch das war der Anfang,
es war nicht das Ende!
Am Mittag erst
beginnt die Stadt
wirklich zu beben,
du meinst, in riesigem Zirkus
zu leben.

Masken und Larven,
stolze Piraten,
fantastische Feen
und sehr alte Tanten
Hand in Hand
mit kohlschwarzen Raben.

Überall verhüllte Gesichter!
Sieh, dort geht ein Richter!
Ihm folgen die Schöffen,
und pfeifen das Lied,
mit dem man ihn heute
vom Richterstuhl trieb.

Ein Fest voller Wunder
und du glaubst dich im Märchen.
Fasnacht in Basel,
Leben voll Witz,
hier hat Fantasie einen
wirklichen Sitz.

Drei Tage Trubel
für die Seele ein Jubel.
Hör mit den Augen
und sieh mit dem Bauch,
dann verstehst du
diese besondere
Fasnacht auch.

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Fasnacht in Basel

von Bruni Kantz

Hellblaue Hasen,
grasgrüne Hexen
mit schwarzen Perücken
und Zipfelröcken,
die quittegelbe Piraten
an ihrer Seite haben.

Zwerge mit blauen Gesichtern,
Rotkäppchen
mit dicken gelben Zöpfen
hüpfen herum,
spielen mir Streiche
und ich gucke ganz dumm.

Es pfeift und trommelt,
es lärmt und lacht.
Basel ist zur Fasnacht erwacht.

Auf dem Fluß
ein tiefliegender Nachen,
der sich langsam bewegt
und fast in der Mitte
des Rheines steht.

Darin sitzen Narren mit Masken.
In ihrer Mitte ein Riesengesicht,
in dem vor allem die Nase besticht.

Das Ufer kommt näher,
nun ist es erreicht,
Es wankt die Fähre,
sie entlädt ihre Fracht.

Vom anderen Ufer wurde
zusätzlich Lachen gebracht.

Farbenpracht pur
und Farbenpracht satt.

Röcke mit Schleppen,
mattglänzender Taft,
Schleifen aus Tüll.
Plüsch und Pomp reizt,
weil der Alltag hier geizt.

Es brodelt die Stadt, die eine
ganz besondere Fasnacht hat.

abc.etüden (6.1)

2017-02-18-04-47-11-1Das Sonntagsprojekt von Textstaub

3 vorgegebene Wörter, daraus eine Kurzgeschichte mit  maximal 10 Sätzen schreiben

abc.etüden(6.1)/ Die Bibliothek

aktuelle Wörter vom Sonntag: Bücher, Geduld, Schokolade von Margot M.

Die Bibliothek

Da hatten sich die Alten ja was ganz Feines ausgedacht, nur weil er mal eine unerlaubte Spritztour mit der Familienkutsche unternommen und eine Beule in den Kotflügel gefahren hatte.

Was interessierte ihn die Bibliothek seines alten Herrn mit den unzähligen verstaubten Büchern, die er nun entstauben und neu ordnen sollte?! Er war ein Junge seiner Generation, der Bücher langweilig fand und lieber mit seinen Freunden abhängen wollte. Was interessierten ihn die Tagebücher von Franz Kafka oder Goethes Faust?

Beim Durchblättern stellte er sehr schnell fest, dass ihm die Sprache des Herrn Geheimrat Goethe überhaupt nicht lag, ja, nicht einmal für ihn verständlich war und er fragte sich, wie Leute so etwas überhaupt lesen konnten.

Dazu fehlten ihm die elterlichen  Gene, die Lust auf Lesen generell , das Interesse an Literatur  und vor allem die Geduld.

Sein whatsapp messenger piepte und er las eine Frage seiner Clique: ‚Können wir heute noch mit dir rechnen?’

‚Sorry, hab heute keinen Bock. Ich muss mich für meinen Leistungskurs Deutsch vorbereiten, ich schreibe Mittwoch Klausur.’

Das hörte sich doch weit besser an, als den Stubenarrest und die Strafarbeit, die Bibliothek des Vaters aufzuräumen, einzugestehen.

Zufrieden steckte er sich ein Stück Schokolade in den Mund, setzte sich an den Schreibtisch seines Vaters und schlug Kafkas Tagebücher Bd.1 von 1909-1912 auf…

abc.etüden (6)

2017-02-18-04-47-11-1Das Sonntagsprojekt von Textstaub

3 vorgegebene Wörter, daraus eine Kurzgeschichte mit  maximal 10 Sätzen schreiben

aktuelle Begriffe :

Geduld-Schokolade-Bücher von Margot M.

abc.etüden/Neuland

Sie stand auf dem Balkon ihres soeben bezogenen Zimmers und betrachtete fasziniert die untergehende Sonne über der Binnenmüritz. Fünf Wochen lang sollte dieses fremde Zimmer in diesem noch unbekannten Haus, das ihr die Gesundheit zurückgeben sollte, ihr Eigen sein.

Das, was sie in erster Line brauchte war gleichzeitig ihr größter Stolperstein, die Geduld. Alleine das Procedere, den Antrag zu stellen, gegen den Widerspruch anzugehen um dann doch nach endloser Warterei hier in diese Klinik zu dürfen, hatte ihre Geduld auf eine granitharte Probe gestellt.

Wenn eine Sonne untergeht, so wird sie auch wieder aufgehen. Ihre Gesundheit war angegriffen, doch hier in diesem Haus würde sie auf professionelle Hilfsangebote stoßen, die die frischen Narben auf ihrer Seele mit aller Behutsamkeit behandeln und sie restlos verschwinden lassen würden.

Sie musste nur bereit sein. Eine Rehamaßnahme war kein Spaziergang, sondern harte Arbeit an sich selbst.

Die Sonne war untergegangen und bis zum Abendessen blieb noch ein wenig Zeit das auszupacken, was ihr so wichtig war, die Bücher, die sie hier lesen wollte  und ein beachtlicher Vorrat an Schokolade.

Es konnte losgehen, das Abenteuer Rundumerneuerung.

binnenmueritz-2

abc.etüden (5.2.)

2017-02-11-07-04-13-2-1Das Sonntagsprojekt von Textstaub

aktuelle Begriffe des vergangenen Sonntags:

Königin-Backerbsen-Korallenriff

abc.etüden Leidenschaften einer Königin(5/2)

Am nächsten Morgen begab es sich, dass die Königin nicht aufstehen konnte, so schlecht ging es ihr. Flatulenzen hatten ihr in der Nacht völlig  die Ruhe gestohlen und selbst die beiden Möpse, deren Nachtlager das Fußende des königlichen Bettes waren, wirkten sehr verstört.

Der Hofarzt eilte besorgt herbei, denn das Alter der Königin war nicht unbedenklich. Nach gründlicher und eingehender Untersuchung beschloss der Hofarzt, den Speiseplan der Königin vollkommen zu verändern und besprach sich mit der Köchin und dem Küchenpersonal bei einer Tasse starkem Kaffee und einem Stück frischem Butterkuchen.

„Der Speiseplan der Königin muss ab sofort völlig umgestellt werden. Kocht ihr Gemüse, alles was es frisch auf dem Markt gibt und richtet es so an, dass es wie ein buntes Korallenriff aussieht. Dazu gibt es Kartoffelbrei. Diese elenden Backerbsen und auch andere Hülsenfrüchte sind zukünftig gestrichen, die schaden der Königin nur.“

Das Küchenpersonal konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Die Königin wurde somit konsequent auf Diät gesetzt (heute sagt man Trennkost dazu) und auch den beiden Möpsen bekam die Umstellung auf kalorienärmere Kost sehr gut, so dass sich bald alle wieder der uneingeschränkten Gesundung ihrer Majestät und ihrer Möpse erfreuen konnten.

abc.etüden (5.1)

2017-02-11-07-04-13-1Das Sonntagsprojekt von Textstaub

aktuelle Begriffe des vergangenen Sonntags:

Königin-Backerbsen-Korallenriff

abc.etüden Leidenschaften einer Königin(5/1)

Backerbsen, immer wieder Backerbsen“, schimpfte die Küchenfrau am königlichen Hofe vor sich hin. „Als gäbe es nichts anderes! Graupen, rote Linsen, weiße Bohnen und so vieles andere wäre doch ebenso eine Suppenperle, aber nein, die herrschaftliche  Dame wünscht Backerbsen, sie soll sie haben!“

Die Königin war eine verhärmte alte Dame geworden, die einfach nicht abtreten wollte, um die letzten Jahre ihres Lebens ohne jegliche Regierungsverpflichtung zu genießen. Sie hatte Kinder, die vorbereitet waren, in ihre Fußstapfen zu treten, aber die Königin hielt das Zepter fest und beharrlich  in der Hand.

Ihre Kinder machten sich derweil ein schönes Leben, reisten um die Welt, die Tochter von ihrer Tauchleidenschaft um die  Korallenriffen der Welt getrieben, der Sohn als Kletterer in den höchsten Höhen des Himalaya.

„Lass sie doch“, besänftigte die Köchin die Küchenfrau. „Wenn es ihr doch schmeckt?! Sie ist der Ansicht, Backerbsen schützen vor geistiger Verkalkung. Viel mehr machen mir die beiden Möpse der Königin Sorge, denn sie gehen von den vielen Leckerli auseinander wie zwei Hefeklopse und das, wo sie ohnehin schon schwer nach Luft schnappen.“

mops

 

Fortsetzung folgt demnächst… (zehn Sätze sind einfach zu wenig)