Schreibeinladung für die Textwochen 46.47.22 (3)

 

Vor den adventlichen Etüden lädt Christiane noch einmal ein!

Die letzte Wortspende für die Textwochen 46/47 des Jahres 2022 stammt von Ulrike mit ihrem Blog Blaupause7. Sie lautet:

Rolle
halbherzig
belohnen

 

Aller guten Dinge sind drei …

Als Nora ihre ersten Wochen in Australien verbrachte, hatte Lena Mühe, ihre Wochenenden alleine sinnvoll zu füllen.

Mittlerweile hatte sich auch das verändert, denn ein Tag am Wochenende gehörte nun den Bewohnern des Altenheims. Lena hatte ihre Gitarre, Liederbücher, Spielesammlungen und Bastelmaterialien im Heim deponiert und war gern in die Rolle der Beschäftigungstherapeutin geschlüpft. Sie war überwältigt, mit wie viel Liebe und Dankbarkeit sie belohnt wurde.

Nur ihre alte Mutter konnte es nicht lassen, zu schmollen und zu sticheln. „Du kümmerst dich um fremde Leute, aber deine alte Mutter lässt du einfach im Stich!“ „Komm doch einfach mal mit, dann lernst du die Menschen dort kennen und hast auch ein paar Stunden Abwechslung!“ „Nur über meine Leiche! Da sind ja nur Alte und Kranke!“ Lena ließ sich davon nicht beirren.

Als aber die Heimleiterin persönlich bei Lenas Mutter anrief, sie einlud und sich nicht mit halbherzigen Ausflüchten abspeisen ließ, gab sich die alte Dame einen Ruck und begleitete Lena am folgenden Sonntag zur Feier des ersten Advents.

Kaum zu glauben, wie schnell die alte Dame auftaute, sich beim Singen und Spielen mitreißen ließ und bedauerte, dass der Nachmittag so schnell vorbei war.

Auch für sie wurden die Besuche dort zum Höhepunkt der Woche und Lena merkte sehr schnell, dass sich ihre Mutter zunehmend mit dem Gedanken beschäftigte, sich dort für ein Zimmer anzumelden.

Sie wusste, die Warteliste war lang. Aber Lenas Mutter wusste nicht, dass die Heimleitung Lena das Angebot gemacht hatte, das nächste frei werdende Zimmer für ihre Mutter zu reservieren, falls sie es beziehen wolle. Die Heimleitung befand, das wäre wenigstens eine kleine Entschädigung für die viele freie Zeit, die Lena den Menschen dort schenkte.

Und so geschah es, dass Lenas Mutter mit Beginn des neuen Jahres ein freundliches großes Zimmer mit Blick auf einen See beziehen konnte.

300 Wörter

 

 

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13 Kommentare

  1. Ich muss bei „Was soll ich denn da, die sind doch alle alt“ ja immer total lachen. Immerhin ist ihre Mutter fähig und willens, sich einzulassen, das sind nicht alle in so einem Alter. Und für Lena ist es mit Sicherheit auch eine Erleichterung.
    Danke dir für die dritte Etüde, hui! 😉
    Herzliche Abendgrüße ☁️🍷🍪👍

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Fazit Textwochen 46.47.22, willkommen Adventüden 2022! | Irgendwas ist immer

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