Wie ein Rufer in der Wüste

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Geborstene Erde,
versandetes Land.
Nirgendwo Menschen.
Kein Regen,
nur Risse im Sand.
Sand unter,
was liegt darunter?
Bleiche Gerippe,
gespaltene Knochen.
Weder Tiere noch Pflanzen,
Dünen aus Sand.
Dürre, Verwüstung,
nur trocknender Wind.
Entvölkerte Wüste,
einst fruchtbares Land.
Versengende Hitze,
keinerlei Leben.
In Bergen
von treibendem Sand
verschwand es
im Laufe der Jahre
lautlos
und wenig bekannt.

© Bruni Kantz, 2008

Wüste

Wüste

Auch wenn die Wüste leblos scheint,
der Himmel selten Tränen weint,
ist sie ein Raum auf dieser Welt,
der sich nicht mehr an Grenzen hält.

Sand, so weit das Auge reicht,
Fels, durch Niederschlag erweicht,
Täler, einst in voller Pracht,
so mancher nur noch bitter lacht.

Ach, Mensch, wovon willst du dort leben?
Die Erde kann dir kaum was geben.
Vertrocknet, ausgedörrt, fast tot,
unendlich groß der Menschen Not.

Die Wüste dehnt sich weiter aus,
verlässt ihr zugewiesenes Haus.
Was haben Menschen nur getan,
in ihrem räuberischen Wahn?

© G. Bessen, 2017

wuesteFoto: pixabay

Ich war ein Baum

Ich war ein Baum

Ich war ein Baum,
ein grüner Traum
und immer
herrlich anzuschau’n.
Seit man mir
meinen Körper nahm,
fühl’ ich mich
amputiert und lahm.
In meinen Knien
kribbelt es,
Ameisen haben dort
ihr Nest.
Solange ich
noch Leben spüre,
weiß ich,
dass ich dazu gehöre.
Doch meine Tage
sind gezählt,
die Menschen
haben so gewählt.

©G.Bessen

‚Junimond‘ und Wetterlagen

Vor einem Jahr…

 Donnerschläge,
grelle Blitze,
nach
schwülwarmer
großer Hitze,
Hagelkörner
kirschkerngroß,
was ist mit unserem
Sommer los?

Der Juli kommt
mit viel Radau
und wieder
ist der Himmel grau.

Die Tiere
haben sich versteckt,
die laute Nacht
hat sie verschreckt.

© G.B. 1.7.12

Regenwolken 2

 2013

Inzwischen ist ein Jahr vergangen.
Das Wetter hat sich neu verfangen.
Es weiß nicht, was es richtig will,
es ist mal kalt, mal heiß, fast wie April.

Die Wassermassen lassen sich
an manchen Stellen nicht mehr fassen.
Der Flüssen bleibt fast keine Wahl,
das Wasser fließt hinab ins Tal,
reißt ohne Rücksicht alles mit,
was es in seiner Wucht zu fassen kriegt.

Die Jahreszeiten wandeln sich,
was damals war, gibt es heut’ nicht.

Wenn wir nicht handeln, unser Denken wandeln,
zeigt die Natur uns weiterhin,
dass sie die Herrin ist im Haus.
Und wer sich ihr nicht beugt,
den schmeißt sie unbarmherzig raus.

 © G.B. 30.6.2013

Die Sprache der Natur

Wer der Stimme der Natur zugewandt ist,
erfährt  mehr als  alle modernen
Kommunikationsmittel es vermögen.
Naturgegebenes bleibt,
ist nicht schnelllebig,  morgen noch  aktuell
und lässt sich von Generation
zu Generation weitergeben.

Himmelsstimmung

© G.B. 1/13

Heute sah ich das erste Storchenpärchen über mir.
Der Frühling ist nicht mehr weit…