Mitten im Herbst …

Herbst, das bedeutet für mich:

Nebelbänke
bunte Blätter
Früchte
Sonnenschein
raschelndes Laub
Pilze
Kastanien
Kerzenlicht und Tee
Eintauchen in die Stille der Natur
Vorbereitung auf den Winter

Sonnenblatt

Genüsslich
räkelt sich das Blatt,
streicht seine zarte
Oberfläche glatt,
blinzelt voll Wonne
in wärmende Oktobersonne.

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Auch ein GOLDENER Oktober
darf sich mal fallen lassen.

herbstlich (12)

STILLE KEHRT EIN
BLÄTTER FALLEN
ERDIG DER GERUCH

HIER UND DA
RECKEN PILZE
IHRE HÜTCHEN IN DIE LUFT

DER WALD
UND SEINE BEWOHNER
RÜSTEN SICH
FÜR DEN WINTERSCHLAF

Herbstnacht

Verlassen die Straße,
in Schwärze getaucht
feuchtkalte Waldluft
wie eben geraucht.

Lebensmüde Blätter
im Scheinwerferlicht
sie schweben zur Erde
das Ziel nicht in Sicht.

Die Zeit ist gekommen,
ganz leise und sacht
der Mond ist ihr Zeuge
und hält schweigend Wacht.

Betrachtet ihr Fallen
bei leichtem Wind
lächelt ihnen zu
wie der Vater dem Kind.

© Texte und Fotos: G. Bessen

Septemberende…

Buntes Herbstlaub
verdient einen
Herbstblätternaturschutz.
Wie angenehm bunt
sähe unser Winter aus.

 

Blätter
schweben durch
die Nebelfeuchte,
mühelos,
fast tänzelnd,
und vereinigen sich
im Teppich der Vergänglichkeit.

Nachdem ich den
Abschiedsschmerz
vom Sommer
verarbeitet habe,
freue ich mich
auf einen
goldenen
Oktober.

© Texte und Fotos: G. Bessen

 

Blättertanz

Blättertanz

Der quirlige  Herbstwind hatte blendende Laune und strotzte nur so vor Energie. Die Sonne lächelte ihm freundlich zu, als ahne sie bereits, was er im Schilde führte. Er nahm Anlauf, sprang in die Luft und riss die welkenden bunten Blätter auf dem Waldboden mit sich.
„Nicht so schnell“, stöhnte das eine oder andere Blatt seufzend auf. „Wir haben nicht mehr so viel Kraft.“
„Haltet Euch aneinander fest, so geht niemand von Euch verloren!“ Der Herbstwind lächelte den Blättern aufmunternd zu und führte sie zu einer Wiese. Dort sammelten sie sich erneut und mit einer kleinen Beschleunigung seiner Geschwindigkeit ermunterte der Wind sein Gefolge.

Die Blätter fassten sich an, hielten aneinander fest und ließen sich vom Wind durch die Luft wirbeln. Zwischendurch sank das eine oder andere Blatt zu Boden, ruhte sich aus und wurde dann erneut zum Blätterreigen abgeholt.
So viel Spaß hatten die Blätter noch nie gehabt. Der Wind ließ sie langsam auf die Wiese schweben.
„Danke für dieses wunderbare Vergnügen, lieber Wind“, raunten die Blätter dem Wind zu, der sich bei allen Blättern einzeln verabschiedete.
Nun fielen die Blätter in ihren wohlverdienten letzten Ruheschlaf.

Die Blätter, die dieses Stadium noch nicht erreicht hatten, klammerten sich angstvoll an ihre Äste. Sie hatten das Treiben mit gemischten Gefühlen beobachtet.
„Ob er uns auch abholt, wenn unsere Zeit gekommen ist?“, fragten sie sich gegenseitig.
„Ihr habt noch Zeit“, flüsterten die Äste, „und bis dahin steht Ihr unter unserem persönlichen Schutz.“
Die grünen, gelben und roten Blätter waren erleichtert und schaukelten beruhigt in der leichten Brise des Windes.

© Text und Fotos: G. Bessen