Dem Jahresende entgegen …

Wie gut, dass es vor Ostern noch eine Fastenzeit gibt…

Ein Wohlgenährter aus Essen
war offensichtlich verfressen.
Er aß gerne fein
und meist auch allein.
Das Teilen schien ihm zu vermessen.

© G. Bessen, Fotos pixabay

Auf dem Weihnachtsweg: 12. Dezember

Glaube und Zweifel

So wie der Körper und die Seele die zwei Seiten einer Medaille bilden, so gehören auch der Glaube und der Zweifel wie Bruder und Schwester zusammen.

Jeder Mensch glaubt irgendwann in seinem Leben in irgendetwas oder irgendwen, wie auch immer er das bezeichnet, woran er glaubt. Für viele ist es die Natur, die Liebe oder die Schöpfung schlechthin, für andere der eigene Sportverein, ein sehr prägender Mensch, ein Idol oder auch Gott.

Im Laufe unserer eigenen Lebensgeschichte kann sich unser Glauben auch verändern, so wie wir den Kinderschuhen entwachsen und die jeweils größere Nummer brauchen. Glaube ist nichts Statisches, Unveränderliches, sondern etwas, woran der Zweifel gern mal nagt. Und so kann unser Grundpfeiler durchaus ins Wanken geraten, wie ein Haus, das die Wellen eines Erdbebens zu spüren bekommt.

Gott schickt uns keine sichtbaren und greifbaren Beweise, dass er existiert, aber auch nicht, dass er nicht existiert. Und so bleibt es spannend, zu glauben, ohne zu wissen und bei  allen Glaubensfragen zeigen Zweifel, dass wir immer noch auf einem lebendigen Weg und damit auch glaubwürdig sind.

© Text und Foto: G. Bessen

 

Eine halbe Stunde Meditation
ist absolut notwendig –
außer wenn man
sehr beschäftigt ist.
Dann braucht man
eine ganze Stunde.

Franz von Sales (1567 – 1622)
Ordensgründer, Mystiker und Kirchenlehrer

           

Auf dem Weihnachtsweg: 11. Dezember

Wir wünschen uns das Paradies auf Erden
und doch sind wir weit davon entfernt.

Wenige sind reich,
viele sind arm.

Wenige sind satt,
viele hungern.

Wenige erleben Frieden,
viele leben im Krieg.

Licht und Schatten prägen unser Leben
und inwieweit sich Himmel und Erde
aneinander annähern, liegt auch in unserer Hand.

Geben wir uns mit dem zufrieden, was wir sind und was wir haben, oder streben wir nach Veränderung? Nur ein Aufbruch, ein Verlassen der eigenen Komfortzonen, kann bewirken, dass sich die Lebenschancen für alle verändern und Friede und Gerechtigkeit einen breiteren Raum einnehmen.

© Text: G. Bessen, Fotos: pixabay

Seitdem ich lebe, schien mir der Frieden
auf unserer Welt
noch nie so brüchig wie heute.

Auf dem Weihnachtsweg: 5. Dezember

 

Wir sagen euch an den lieben Advent

Advent, Ankommen, ist mir das eigentlich klar?

Siehe die erste Kerze brennt.

Eine nach der anderen; sie sollen mich hinführen zum Ende und zugleich zum Anfang:

Weihnachten!

Wir sagen euch an eine heilige Zeit,

geprägt vom Konsum, unruhig, nur noch getrieben

Machet dem Herrn die Wege bereit!

Die Fressstraßen der Christkindlmärkte? Die Shoppingmalls der Kaufhäuser? Die künstlich beschneiten Skipisten? Die autogefüllten Straßen der Stadt?

Freut euch ihr Christen,

Die gibt’s doch gar nicht mehr, die heißen doch nur noch so und kramen halt ihr Christsein schnell mal an Weihnachten hervor.

Freuet euch sehr,

Auf die Geschenke? Das Familientreffen? Die Christmette? Die Weihnachtsgans?

Schon ist nahe der Herr

Aber: Auch wenn wir ihn aussperren, nicht mehr an uns heranlassen; er ist da. Er ist damals für uns gekommen und er kommt immer wieder; in Gestalt eines Mitmenschen, der Hilfe braucht, in einem guten Freund, der uns zur Seite steht; immer wieder neu.

 ©Text: Florian Raith

Foto: pixabay

Zum Kugeln

So manches ist doch wirklich zum Kugeln:
Rumkugeln
liegen nach dem Verzehr wie ein Stein im Magen und garantieren  Hüftgold
Kristallkugeln
ob sie den Blick in die Zukunft verraten?
Bowlingkugeln
der sichere Tipp gegen schlaffe Oberarme
Pistolenkugeln
sichern den Arbeitsplatz eines Pathologen
Schneekugeln
können erhitzte Körper abkühlen
Mozartkugeln
schmecken am besten in der schönen Stadt Salzburg
Leuchtkugeln
sollte man auf hoher See bei sich haben
Weihnachtsbaumkugeln
Weihnachten ist nicht mehr allzu fern…

© G. Bessen

Foto: pixabay

Stille

 

Stille

Still ist es, als die Nacht dem Morgen die Tür öffnet. Der frühe  Tag tritt ein, ganz leise, um die letzten Schleier der Nacht nicht zu zerreißen. Wie ein Mantel legt sich die Stille auf mich. Sie umfängt mich und hüllt mich ein. Sie wärmt mich und gibt mir Schutz. Nichts kann mich erschrecken, nichts ängstigt mich. Die Schleier der Nacht lösen sich auf. Die Sonne schickt ihre ersten zarten Strahlen zu mir und kitzelt mich wach. Still beginnt mein Tag. Still endet er.cropped-zwischen-den-jahren-1.jpg

SONNENUNTERGANG
EIN LEUCHTEN IN DEN AUGEN
INNERE WÄRME

© Texte  und Foto: G. Bessen

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Merk auf dieses feine,
unaufhörliche Geräusch;
es ist die Stille.
Horch auf das,
was man hört,
wenn man nichts mehr vernimmt.

Paul Valery