Ewigkeitssonntag – Totensonntag

„Den eigenen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andern muss man leben.“
(Mascha Kaleko)

 

Wenn die Tage kürzer werden
und es früh schon dunkel wird,
gehören die Gedanken denen,
die längst nicht mehr bei uns sind.

Wie sie unser Leben prägten,
uns geformt Jahrzehnte lang,
mal mit Sanftmut, mal mit Strenge,
ohne uns je aufzugeben. 

Drum wir zünden Kerzen an,
stehen still an ihrem Grab,
voller Dankbarkeit und Liebe,
besonders heut’, an diesem Tag.

Selbst, wenn sie nicht  mehr bei uns sind,
in unseren Herzen leben sie.
Und die Kerzen auf den Gräbern
leuchten voller Harmonie.

©Text und Foto:  G.Bessen

 

Angeeckt

Angeeckt
Die Gefühle nicht versteckt
Den Worten ihren Lauf gelassen
Ohne dabei zu erblassen.

Dem anderen
Hab’ ich mitgeteilt
Dass er zu weit geht
Meilenweit.

Die Botschaft
Hat er wohl verstanden
Es ist an ihm
Nun doch zu handeln.

Mir ist jetzt
Wohlig warm ums Herz
Mich plagt kein
Übler Magenschmerz.

© Text und Foto: G.Bessen

 

 

Briefe von Dir

Briefe von Dir
bleiben mir
aus einer Zeit,
so nah und doch so weit.

Wir waren jung,
naiv, verliebt,
voll Staunen,
dass es so was gibt.

Ich weiß nicht,
wo Du heute bist
und wer
an Deiner Seite ist.

Briefe von Dir
bleiben mir,
zarte Worte
auf vergilbtem Papier.

 © Text und Foto: G. Bessen

9. November

9. November 1989

Als die Mauer fiel,
brandete Jubel auf.

Als die Mauer fiel,
überflutete Hoffnung das Land.

Als die Mauer fiel,
fielen wir uns in die Arme.

Als die Mauer fiel,
begann eine neue Zeit.

Wann endlich fällt
die Mauer in unseren Köpfen?

© Gisela Baltes

Quelle: http://impulstexte.de/

9. November 2020

Als Corona kam,
traf uns der Schock bis ins Mark.

Als der Lockdown kam,
stand unsere Gesellschaft zusammen.

Als die Zahlen rückläufig wurden,
blühten wir auf wie Sommerblumen.

Wann endlich begreifen wir,
dass nur ein Miteinander
aus dieser tiefen Krise führt?

© G. Bessen 11/2020