Löwenzahn und Pusteblumen

Löwenzahnblüten

Ohne einen Luftzug,
ohne einen Windstoß,
können die kleinen Löwenzahnsamen
nicht fliegen.

Nur, wenn die kleinen Fallschirmchen
auf den Schwingen des Windes tanzen,
werden sie irgendwo landen,
können sich verschenken
und neuen Löwenzahn bilden.

Ähnlich verhält es sich
mit unseren eigenen Gefühlen.

Wer geliebt wird,
kann Liebe geben.
Wer Frieden in sich trägt,
kann Frieden stiften.

© Text und Fotos: G. Bessen

Aufbruch

Da bricht was auf an Zweigen,
gestern noch im Winterschlaf – und heute?

Da stürzt was ein im Leben,
gestern noch Unbekümmertheit – und heute?

Da treibt die Verzweiflung wilde Blüten
und heute bahnt sich Hoffnung zögerlich ihren Weg.

G.Bessen 3/2020

 

 

 

Der Valentin

Valentin,
oh Valentin,
wo willst du
mit den Blumen hin?

Ein Liebchen
in fast jedem Ort,
mal bist du hier,
mal bist du dort.

Ein holdes Weib
zu jeder Zeit,
bringt Freude dir
für Seel’ und Leib.

Ganz Gentleman
der alten Schule
rückst du der Dame
auf die Bude.

Mit süßen Worten
durch die Blume
flüsterst du
ihr leise zu
„Die Schönste,
bist nur du.“

© G. Bessen

Schreibeinladung für die Textwochen 47.48.19 (3)

Schreibeinladung von Christiane :

Die Wörter für die Textwochen 47/48 des Schreibjahres 2019 kommen von Bernd mit seinem Blog Red Skies over Paradise. Die neuen Begriffe lauten:

Unbehaustheit
schwermütig
haschen

 

Am Rande

Am Rand der Wohlstandsgesellschaft,
ohne Arbeit und ohne Geld,
angewiesen auf Almosen anderer.

Verdammt zu einem Leben
auf der Straße in Unbehausheit,
das nächtliche Lager
unter Brücken und in Bahnhöfen.

Ein täglicher Kampf
um das nackte Überleben.
Schwermütig die Gedanken,
gleichgültig die Blicke der Mitmenschen.

Kein Quäntchen Zuwendung
lässt sich erhaschen
für den Frieden der Seele.

Kälte kriecht am Körper hoch
Weihnachtsmärkte öffnen die Tore,
süßer die Kassen nie klingeln.
Dunkelheit macht sich im Herzen breit.

76 Wörter

©Text und Bild: G. Bessen

Gedankenspiele (1)

Gedankenkarussell

Du mein Gedankenkarussell,
dreh dich bitte nicht so schnell!
Du reißt die Worte auseinander,
wirbelst alles durcheinander.
Die Silben fallen auf den Boden,
du pustest sie ganz schnell nach oben,
und eh’ ich weiß, wie ich das ändere,
ist das Gedankenspiel zu Ende.
Du überforderst mich damit,
ich halte nicht mehr mit dir Schritt.
Lass mich in Ruhe überlegen
und Wort für Wort zusammenlegen.

© G. Bessen