Septemberende…

Buntes Herbstlaub
verdient einen
Herbstblätternaturschutz.
Wie angenehm bunt
sähe unser Winter aus.

 

Blätter
schweben durch
die Nebelfeuchte,
mühelos,
fast tänzelnd,
und vereinigen sich
im Teppich der Vergänglichkeit.

Nachdem ich den
Abschiedsschmerz
vom Sommer
verarbeitet habe,
freue ich mich
auf einen
goldenen
Oktober.

© Texte und Fotos: G. Bessen

 

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Leuchtfeuer

Leuchtfeuer

Während wir Menschen
Massenware produzieren,
legt die Natur wert
auf Unikate.

*****

Gerade im Herbst,
wenn die Natur
in ein liebliches Licht taucht,
künden wahre Leuchtfeuer
vom vergangenen Sommer…..

© Text und Fotos: G. Bessen

 

 

Vom Sehen und Hören (6)

Vom Sehen und Hören (6)

„Was ist unser Leben?
Alles,
was wir sehen,
greifen, hören,
schmecken, fühlen;
alles,
was uns umgibt,
was wir besitzen,
woran wir gewöhnt sind,
was wir lieben. …“

(aus einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer)

 

Überholspur

 Du warst immer der Erste. Dein Studium hast du erfolgreich vor uns beendet, du hattest bereits deinen gut bezahlten Traumjob, als wir noch endlose Bewerbungen schrieben. Du hast Geld nie leiden können, deshalb warst du der Erste, der ein eigenes Haus mit einem ansehnlichen Grundstück vorweisen konnte.

Wir haben bereits geheiratet, als die anderen von uns noch ihre Sturm- und Drang Phase auslebten. Du warst rastlos, seitdem ich dich kenne. Obwohl ich mich bemüht habe, mit dir Schritt zu halten, ging mir die Puste aus. Immer öfter musste ich anhalten, um durchzuatmen. Dein Leben verlief immer auf der Überholspur, risikofreudig, aber genau kalkuliert, bis du den entscheidenden Fehler begangen hast. Frontal hat es dich erwischt, du konntest nicht mehr ausweichen. Du hast dein Leben auf der Überholspur beendet.

Mich hast du einfach auf der Standspur zurückgelassen – alleine. Wie lange werde ich hier verweilen, bis ich mich wieder in den  normalen Verkehr einfädeln kann?

© G. Bessen, 2009

 

Wo du geliebt wirst…

Wo du geliebt wirst,
kannst du getrost alle Masken ablegen,
darfst du dich frei und ganz offen bewegen.
Wo du geliebt wirst,
zählst du nicht nur als Artist,
wo du geliebt wirst,
darfst du so sein, wie du bist.
Wo du geliebt wirst,
mußt du nicht immer nur lachen,
darfst du es wagen, auch traurig zu sein.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Fehler machen
und du bist trotzdem nicht häßlich und klein.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Schwächen zeigen
oder den fehlenden Mut,
brauchst du die Ängste nicht zu verschweigen,
wie das der Furchtsame tut.
Wo du geliebt wirst,
darfst du auch Sehnsüchte haben,
manchmal ein Träumender sein,
und für Versäumnisse, fehlende Gaben
räumt man dir mildernde Umstände ein.
Wo du geliebt wirst,
brauchst du nicht ständig zu fragen
nach dem vermeintlichen Preis.
Du wirst von der Liebe getragen,
wenn auch unmerklich und leis.

aus: Elli Michler, „Ich wünsche dir Zeit“
Die schönsten Gedichte von Elli Michler
(c) Don Bosco Verlag, München 2008, 4. Auflage

 

Ende

Wahrheit

Mitunter sind es die Folgen
der Unwahrheit
die uns auf den Weg
der Wahrhaftigkeit
zwingen

denn
nur die Wahrheit
befreit

© Margot Bickel

Wahrheit

Ich möchte die Wahrheit glauben.
Doch welche ist die wahre Wahrheit?
Die, die ich mir zurechtlege,
weil sie mir angenehm ist?
Die, deren Inhalt ich begreife
und die mein Bauchgefühl bejaht?

Wahrheit ist manchmal
wissenschaftlich beweisbar,
doch manchmal ist das wahr,
was ich glaube,
ohne Beweis,
aus meinem Bauchgefühl heraus.

© Text und Foto: G. Bessen

Dazu ein lesenswerter Beitrag vom finbar .

Wie ein Rufer in der Wüste

rufer-in-der-wueste

Geborstene Erde,
versandetes Land.
Nirgendwo Menschen.
Kein Regen,
nur Risse im Sand.
Sand unter,
was liegt darunter?
Bleiche Gerippe,
gespaltene Knochen.
Weder Tiere noch Pflanzen,
Dünen aus Sand.
Dürre, Verwüstung,
nur trocknender Wind.
Entvölkerte Wüste,
einst fruchtbares Land.
Versengende Hitze,
keinerlei Leben.
In Bergen
von treibendem Sand
verschwand es
im Laufe der Jahre
lautlos
und wenig bekannt.

© Bruni Kantz, 2008