Die Kastanie in der Geranie

 

Die Kastanie in der Geranie

Sanft plumpste sie in die Geranie,
die braune, glänzende Kastanie,
landete weich und unverletzt,
samt Schale auf dem Blätternetz.

Die Geranie irritiert,
verwundert, wer sich da verirrt,
beugt sich mit Vorsicht weit nach unten,
den Schrecken noch nicht ganz verwunden.

„Was machst du da auf meinem Blatt?
Es sticht und kribbelt und ist hart.
Von mir aus kannst du liegen bleiben,
doch vorher musst du dich entkleiden!
Du tust mir weh mit deiner Schale,
die hinterlässt hässliche Male.“

„Entkleiden?“, fragt die Kastanie und wird rot.
„Die Schale brauch‘ ich in der Not.
Wenn das Wasser kommt, ist sie mein Boot.“

„Nun gut, dann bleib halt wo du bist.
So lange in mir Leben ist,
kannst du dich ganz auf mich verlassen,
ich werde dich nicht fallen lassen.“

© Text und Foto: G. Bessen