Karneval

Die tollen Tage stehen an,
drum rette sich, wer eben kann
vor allzu viel „Helau“, „Alaaf“
und Büttenreden, selbst im Schlaf.

Ich mach‘ mir nichts aus Karneval
und Lachen wie ein Wasserfall.
Drum such‘ ich mir für diese Zeit
die maskenlose Fröhlichkeit.

c/ G. Bessen, 2014

******

fastnacht

Basler Fasnacht

von Bruni Kantz

Ein Traum,
ein winterlicher, kalter,
genussvoller Traum.

Mitten in stockdunkler Nacht
sind die Pfeiffer und Trommler
voll Spannung erwacht.

Sie rüsten zum
jährlichen Morgenstraich.
Schlag 4,00 Uhr
in pechschwarzer Nacht
wird der Zug mit
Pfeifen und Trommeln
zum Laufen gebracht.

Die Laternen sind riesig,
die Träger voll Kraft.
Künstler haben Wundervolles
mit den Sujets der Cliquen
vollbracht.

Morgenstraich
und Nacht
sind am Ende.
Müde gelaufene
Menschen suchen
Betten und Wände.

Doch das war der Anfang,
es war nicht das Ende!
Am Mittag erst
beginnt die Stadt
wirklich zu beben,
du meinst, in riesigem Zirkus
zu leben.

Masken und Larven,
stolze Piraten,
fantastische Feen
und sehr alte Tanten
Hand in Hand
mit kohlschwarzen Raben.

Überall verhüllte Gesichter!
Sieh, dort geht ein Richter!
Ihm folgen die Schöffen,
und pfeifen das Lied,
mit dem man ihn heute
vom Richterstuhl trieb.

Ein Fest voller Wunder
und du glaubst dich im Märchen.
Fasnacht in Basel,
Leben voll Witz,
hier hat Fantasie einen
wirklichen Sitz.

Drei Tage Trubel
für die Seele ein Jubel.
Hör mit den Augen
und sieh mit dem Bauch,
dann verstehst du
diese besondere
Fasnacht auch.

*****

Fasnacht in Basel

von Bruni Kantz

Hellblaue Hasen,
grasgrüne Hexen
mit schwarzen Perücken
und Zipfelröcken,
die quittegelbe Piraten
an ihrer Seite haben.

Zwerge mit blauen Gesichtern,
Rotkäppchen
mit dicken gelben Zöpfen
hüpfen herum,
spielen mir Streiche
und ich gucke ganz dumm.

Es pfeift und trommelt,
es lärmt und lacht.
Basel ist zur Fasnacht erwacht.

Auf dem Fluß
ein tiefliegender Nachen,
der sich langsam bewegt
und fast in der Mitte
des Rheines steht.

Darin sitzen Narren mit Masken.
In ihrer Mitte ein Riesengesicht,
in dem vor allem die Nase besticht.

Das Ufer kommt näher,
nun ist es erreicht,
Es wankt die Fähre,
sie entlädt ihre Fracht.

Vom anderen Ufer wurde
zusätzlich Lachen gebracht.

Farbenpracht pur
und Farbenpracht satt.

Röcke mit Schleppen,
mattglänzender Taft,
Schleifen aus Tüll.
Plüsch und Pomp reizt,
weil der Alltag hier geizt.

Es brodelt die Stadt, die eine
ganz besondere Fasnacht hat.

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44 Kommentare

  1. toll hast Du das gemacht, liebe Anna-Lena.
    Oh ja, lustig sein geht auch ohne Maske und leider kann sich hinter einer Maske auch etwas verstecken, was nicht gut tut…
    Wie gerne habe ich immer wieder die Basler Fasnacht besucht, wieviele Fotos habe ich da gemacht und wie sehr haben mich die fantasievollen Kostüme und Larven in ihren Bann gezogen.
    http://wortbehagen.de/index.php/gedichte/2010/februar/fasnacht_in_basel

    und hier mein Liebling:
    http://wortbehagen.de/index.php/gedichte/2008/februar/basler_fasnacht

    Liebe Grüße von Bruni

    Gefällt mir

  2. Ich habe ein zwiespältiges Gefühl bei der Fastnacht, beim Fasching oder Karneval. Ich spüre da etwas Revolutionäres, das mich sehr anmacht. Auf der anderen Seite scheint mir eine Korruption der Revolte durch die Lustigkeits-Industrie vorzuherrschen. Das Resultat ist womöglich eine revolutionäre Stimmung ohne wirklichen Inhalt.Bei der Basler Fasnacht vielleicht ein bisschen weniger. Tja ….

    Liebe Grüße
    Helmut

    Gefällt 1 Person

    • Ich denke da ähnlich, lieber Helmut. Aber ich habe mich gestern Abend nach Jahren mal wieder auf eine Faschingsfeier in meiner Gemeinde eingelassen und es war einfach herrlich, schön, lustig und ausgelassen, was heute so oft fehlt.
      Vor einigen Tagen las ich einen Artikel von Amnesty International, wie düster unsere Welt geworden ist.
      Muss man dem nicht bewusst etwas Fröhlichkeit und Lachen entgegensetzen?

      Herzlich
      Anna-Lena

      Gefällt mir

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