Wüste

Wüste

Auch wenn die Wüste leblos scheint,
der Himmel selten Tränen weint,
ist sie ein Raum auf dieser Welt,
der sich nicht mehr an Grenzen hält.

Sand, so weit das Auge reicht,
Fels, durch Niederschlag erweicht,
Täler, einst in voller Pracht,
so mancher nur noch bitter lacht.

Ach, Mensch, wovon willst du dort leben?
Die Erde kann dir kaum was geben.
Vertrocknet, ausgedörrt, fast tot,
unendlich groß der Menschen Not.

Die Wüste dehnt sich weiter aus,
verlässt ihr zugewiesenes Haus.
Was haben Menschen nur getan,
in ihrem räuberischen Wahn?

© G. Bessen, 2017

wuesteFoto: pixabay

Advertisements

27 Kommentare

  1. Ein feines Poem, liebe Anna-Lena, mit bedenkenswertem Inhalt…

    Aber es stimmt, schon seit vielen Jahren dörren immer mehr große Seen auf der Erde aus, und die Wüstengebiete werden immer größer!

    Von der Mutation der feinen Regenwälder zu Wüste durch das brutale Abholzen der Menschen, wollen wir ja gar nicht reden…

    Hab einen schönen Tag!
    Herzliche Morgengrüße vom Lu

    Gefällt 3 Personen

  2. Ich sehe mir sehr gerne die Reportagen von dem Wüstenforscher Michael Martin an, der ja gar nicht weit von mir entfernt sein Domizil hat. Er warnt seit vielen Jahren in jedem seiner Vorträge und Filme davor, dass die Verwüstung in vielen Gebieten weltweit sehr stark zunehmen würde. Auch hierzulande gibt es ja bereits nicht unerhebliche Ländereien, die von der Versteppung, der Vorstufe zur Wüstenbildung, bedroht sind.
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    • Wüsten als Lebensraum haben mich seit jeher interessiert und ich finde es spannend zu sehen, wie ein wenig Regen aus dem Nichts eine blühende Landschaft zaubern kann.
      Die Ausbreitung allerdings ist ein Problem, dass meiner Ansicht nicht mehr zu lösen geht.
      Langfristig, in geologischen Zeiträumen von kaum vorstellbaren Jahren, könnte die Wanderung der Kontinente neue Lebensräume und Landschaftsformen schaffen. Aber das werden wir Menschen nicht mehr erleben.

      Liebe Grüße auch zu dir 🙂 .

      Gefällt mir

  3. ich dusselige Bruni hätte fast Deinen tollen, eindringlichen und richtig guten Text über die Verwüstung der Erde übersehen.
    Verzeihe es mir, nun hab ich ihn ja doch noch entdeckt.
    Gestern Abend wollte ich her. Doch dann war ich bei Bärbel und was ich NICHT fand (ihre früheren steten Antworten) brachten mich so zum Denken, daß ich danach nur noch ins Bett ging…

    Ich muß dir unbedingt meine Zeilen aus dem Juli 2008 schicken.
    Sie passen so gut dazu

    Geborstene Erde

    Geborstene Erde,
    versandetes Land.

    Nirgendwo Menschen.
    Kein Regen,
    nur Risse im Sand.

    Sand unter,
    was liegt darunter?

    Bleiche Gerippe,
    gespaltene Knochen.

    Weder Tiere noch Pflanzen,
    Dünen aus Sand.

    Dürre, Verwüstung,
    nur trocknender Wind.

    Entvölkerte Wüste,
    einst fruchtbares Land.

    Versengende Hitze,
    keinerlei Leben.

    In Bergen
    von treibendem Sand

    verschwand es
    im Laufe der Jahre

    lautlos
    und wenig bekannt.

    Sehr herzliche Grüße an Dich ♥ von mir

    ,

    Gefällt 1 Person

Und was meinst Du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s