An Tagen wie diesen…

An Tagen wie diesen…

Hundstage sind die heißen Sommertage, an denen kein Hund freiwillig vor die Tür geht, sondern sich lieber, platt auf allen Vieren ausgestreckt, dem süßen Nichtstun hingibt.

Auch wenn es Hunde und Katzen regnet, was in diesem Sommer vielerorts zum Dauerwetter geworden ist, liegt der Hund gern gemütlich in der guten Stube und denkt an all seine Artgenossen, die es nicht so gut wie er haben.

Der Katzenjammer tritt oft ein, wenn ein süßer Rausch verflogen ist und eine Ernüchterung auf dem Fuße folgt. Das ist ein schlimmer Zustand, den wohl jeder von uns kennt. Ist der Rausch des Alkohols erst einmal verflogen, tritt der Kater auf den Plan.

Was so alles in der Tierwelt für unsere Befindlichkeitsstörungen herhalten muss, das geht auf keine Kuh-Haut. Und so manches tierische Lebewesen denkt, der Mensch an sich und im Speziellen hat einen Vogel.

*****

Eine Ameisenkolonne  krabbelt durch meinen Körper, findet zielgerichtet seine Schwachstellen und begibt sich emsig ans Werk. In ihrem Eifer drehen sie alles von oben nach unten, verteilen systematisch die kleinen Schmerzpunkte, um sie an anderen Stellen wieder anzulanden.  Könnt ihr euch nicht ein anderes Betätigungsfeld suchen? Nachdem gerade ein wenig Schmerzlosigkeit über die müden Knochen gewachsen ist, kommt ihr und wühlt wie ein Maulwurf alles wieder auf.

Der Specht im Kopf, ein wahres Energiebündel, hämmert mit einer Lautstärke vor sich hin, dass es durch den ganzen Körper klingt und  sich  das Echo in die Tiefen der Hals- und Brustwirbelsäule schwingt.

Irgendetwas in Magenhöhe scheint mit dem Inhalt dessen nicht einverstanden zu sein. Ein gefühltes Hin und Her erinnert mich an meine frühere Leidenschaft, Achterbahn zu fahren. Aber heute doch nicht mehr. Lieber Mageninhalt, lass dich nicht provozieren und bleibe bitte dort, wo du hingehörst.

Die strahlende Sonne blendet, die angenehmen Temperaturen lassen mich frieren. Es bleibt nur ein Ausweg, ins Bett. Die Türe schließen, die Decke über die Ohren ziehen und einfach  nur fallen lassen. Zu den Klängen von Entspannungsmusik, auf die ich mich einlasse, lassen die Muskeln nach und nach ihre Spannung los, werden weich und  nahezu schmerzfrei. Dem Specht im Kopf scheint das sanfte Plätschern der Musik nicht in seine Melodie zu passen, er fliegt verärgert davon.

Die Bauchatmung lässt die inneren Organe fühlbar wieder an ihre angestammte Stelle gelangen, der Herzschlag verlangsamt sich und mitten am Tag umhüllt mich die Wolke des Schlafes wie eine zarte flaumige Decke.

Nichts und niemand stört mich.

Wenn der Körper streiken will, sucht er sich oft freie Tage aus, um uns ein Zeichen zu setzen, besser auf uns aufzupassen.

Das pfeifen die Spatzen immer wieder von den Dächern.

© G.Bessen, 2016

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24 Kommentare

  1. Sehr gut geschrieben, so dass ich es gerne gelesen habe!

    Weißt du, Entspannung ist angesagt, totale. Dann legt sich auch vieles und vieles wird besser. Musik kann ich dann keine gebrauchen, dann sehne ich mich nach totaler Stille. Und die tut richtig gut. Ganz flach hinlegen, ausstrecken, nichts denken!

    Und es ist auch keine Schande sich einfach ins Bett zu legen.

    Lieben Gruß in der Hoffnung, dass es dir wieder gut geht, Brigitte

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  2. Ein wundervoller Text, liebe Anna-Lena.

    Wie gut, daß der Specht sich eine andere Wohnung gesucht hat und einen Kater hattest Du sowieso noch nie, so viel ich weiß, aber die flauschige warme Decke gibt mir zu denken, auch wenn´s nicht die Spatzen von den Dächern pfeifen, könnte es sein, daß Dein Mageninhalt sich zwar nicht von der Stelle bewegt hat, daß aber Deine Muskeln meinten, Du solltest Dich mal in der Betthöhle einfinden und den Muskeln ihre verdiente Entspannung angedeihen lassen?

    Ich hoffe, es geht Dir nun gut, denn ich bin ja einige Tage ausgefallen und bin nicht erschienen. In meinem ganzen Gejammere hatte ich Dich nicht gefragt, wie es Dir selbst denn geht…

    Herzlichst Bruni am späten Abend, bzw. aus der Frühe der Nacht

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