Ich war ein Baum

Ich war ein Baum

Ich war ein Baum,
ein grüner Traum
und immer
herrlich anzuschau’n.
Seit man mir
meinen Körper nahm,
fühl’ ich mich
amputiert und lahm.
In meinen Knien
kribbelt es,
Ameisen haben dort
ihr Nest.
Solange ich
noch Leben spüre,
weiß ich,
dass ich dazu gehöre.
Doch meine Tage
sind gezählt,
die Menschen
haben so gewählt.

©G.Bessen

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28 Kommentare

  1. Das hast Du schön gesagt, liebe Anna-Lena.
    Das Lied von Alexandra „Mein Freund der Baum“ kam mir neulich auch in Erinnerung. Während Du Dir hierzu den Baumstumpf ausgesucht hast und ein Gedicht dem Baum gewidmet hast, habe ich mit „Im Schatten der Krone“ eine Kurzgeschichte erdacht.
    Solche alten Bäume könnten viel erzählen, auch wenn sie schon von den Jahren mitgenommen sind. „Dein“ Baum wurde gefällt und „mein“ Baum wurde von einem heftigen Sturm erschüttert. Richtige Schicksalsmelodien.
    LG
    Astrid

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  2. Du hast wieder einmal die passenden Worte so perfekt gefunden!

    Als erstes fiel mir auch sofort ein: Mein Freund, der Baum. Obwohl das Lied schon so alt ist, habe ich es nie vergessen.

    Dieses Jahr mussten wir eine 40 Jahre alte Scheinzypresse direkt neben dem Haus fällen lassen. Das war nicht schön und hat uns leid getan, aber – die Baumspitze wäre demnächst in der Stromleitung gelandet. Und bei diesen Stürmen direkt neben dem Haus – nicht ungefährlich. Noch dazu hatte diesen Baum mein längst verstorbener Vater gepflanzt.

    Es gibt für Baumfreunde noch ein schönes Buch von Peter Wohlleben und zwar „Bäume verstehen“ (was uns Bäume erzählen und wie wir sie naturgemäß pflegen). Als ich es 2012 auf Sizilien las, da hat doch einer geschmunzelt und mich wahrscheinlich als leicht abgehoben betrachtet. Ich jedenfalls fand das Buch sehr lehrreich.

    Lieben Gruß, Brigitte

    Gefällt 1 Person

    • Danke auch dir für den Lesetipp, liebe Brigitte 🙂 .
      Manchmal geht es nicht anders, da muss man die eigene Sicherheit voranstellen und die Zunahme der Stürme hat schon viele Bäume aus ihren Festen gerissen.

      Was mich immer wieder fasziniert, sind Baumstümpfe, aus denen das neue Leben regelrecht drängt. Es lässt sich nicht unterkriegen und daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen.

      Lieben Gruß
      Anna-Lena

      Gefällt mir

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