Frühstückspausengespräche

Obwohl die Sonne sich alle Mühe gab, war es noch frisch und die angekündigten Höchsttemperaturen des Tages ließen noch lange auf sich warten. Der heiße Kaffee wärmte durch und die Sonnenstrahlen kitzelten auf der Nase. Ines hatte die Augen geschlossen und hörte dem Frühstückspausengespräch der beiden anderen Kolleginnen nur mit einem halben Ohr zu.

„Damals hat es in unserem Schlafzimmer immer geknistert“, brachte Paula mit einem verschmitzten Grinsen hervor.
„Wieso im Schlafzimmer? Euer Kamin steht doch im Wohnzimmer, oder habe ich da etwas nicht mitbekommen?“
Paula und Regina schauten sich an und prusteten los.

„Ach Ines, träum doch weiter. Wir reden gerade davon, wie erotisch wir uns normalerweise am Abend ins Bett begeben. Ich bin so eine Frostbeule geworden, dass ich jetzt schon mit Socken und Winterpyjama schlafe. Es ist erst Anfang September! Und ich weiß nicht, was ich im Winter machen werde.“ Paula sah etwas ratlos aus.

„Ich nehme abends das Heizkissen für den Rücken und das aufgewärmte Dinkelkissen, das du mir geschenkt hast, für den Nacken, nicht jeden Abend, aber häufig“, ergänzte Regina.

„Darüber hinaus tragen wir beide nachts eine Knirschschiene und Paula meistens noch Oropax, wenn Freddy schnarcht. Was hast du denn nachts zu bieten, liebe Ines?“ .

„Eigentlich nichts von dem, was ihr so bietet. Dafür habe ich ein ausgewachsenes Schnarchexemplar neben mir, dass mindestens einmal pro Stunde raus muss, obendrein wegen seines Übergewichtes schnauft und gelegentlich Roman erzählt, die mich zu Tode langweilen. Seine Dritten fristen ihr Dasein im Wasserglas, so dass ich auf eine gepflegte nächtliche Konversation mit ihm nachts gern verzichte, denn er nuschelt.“

Vorbei sind die Zeiten der jugendlichen nächtlichen Abenteuer im Sommer am See, das hüllenlose Baden in der Dunkelheit, das Singen und Kreisen der Weinflaschen am nächtlichen Lagerfeuer, das Gefühl, die Zweisamkeit spontan , jetzt und hier auszuleben.
Mittlerweile hat sich einfach für die Nacht eine gewissen Kleiderordnung mit Sachzwängen eingeschlichen.

Gut, dass wir mal wieder darüber geredet haben!

Und worüber reden Männer in den Pausen?

Männer unter sich

©G. Bessen 9/15

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18 Kommentare

  1. Ach, liebe Anna-Lena, wie habe ich mich beim Lesen amüsiert, wie habe ich vor mich hingekichert und mir versucht, all das vorzustellen, was Du hier beschreibst…

    Was??? Alles vorbei? Alles, was der Erotik diente?
    Nein, das möchte ich nicht glauben. Aber es ist sehr amüsant, es zu lesen 🙂

    Liebe Grüße in die Nacht von Bruni 🙂

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  2. Entspannt gelesen!! Und gelacht! Wir halten durch – beide immer noch im Sommernachtgewand – dafür mit der Wolldecke über der Wildseidendecke. Heute aber geändert, ein leicht gepolstertes Bett muss sein, die Hose des Schlafanzugs wieder lang.

    Aber hier knistert es immer noch. Oder hast du etwas anderes erwartet?

    Lieben Gruß, Brigitte

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