Nichts wie weg! (5)

Valentine und Nora hatten sich so viel zu erzählen, dass die Sonne bereits  aufging, als sie müde und erschöpft am Hafen saßen und den orangefarbenen Ball aus dem Meer aufsteigen sahen. Jose hatte einen guten Teil der Nacht mit ihnen zusammen verbracht und interessiert den beiden Frauen zugehört. Er erfuhr viel über seine Nora, was er vorher gar nicht gewusst hatte und amüsierte sich. „Ihr seid mir schon ein Gespann“, lachte er und verabschiedete sich gegen drei Uhr in der Früh. Irgend jemand musste ja dafür sorgen, dass die Hotelgäste pünktlich ihr Frühstück bekamen.

„Jose ist ein toller Mann! Ihr passt so gut zusammen“, meinte Valentina, als sie langsam zum Hotel zurück schlenderten.

„Höre ich da ein wenig Neid heraus? Ist das denn bei Christian und dir anders?“ Nora blickte ihre Freundin gespannt an.

„Christian ist so anders als ich, ein absoluter Kopfmensch, immer pedantisch, überkorrekt und selten spontan. Ich weiß nicht, ob das auf die Dauer gut ist. Und das Schlimme ist, langsam habe ich das Gefühl, ich passe mich ihm immer mehr an. Manchmal denke ich, das bin ich gar nicht mehr.“

Nora schwieg. Sie kannte ihre Freundin lange genug, um genau das nicht bemerkt zu haben.

Ihre einstige Fröhlichkeit, ihre Impulsivität und ihre Flexibilität war einer Gesetztheit gewichen, die Nora Sorgen machte.

‚Nun bist du erst einmal hier! Es wäre doch gelacht, wenn wir das nicht wieder in den Griff bekämen’, dachte sie mit einem kecken Seitenblick auf Valentina.

Valentina verbrachte die ersten Tage damit, sich auszuruhen. Stundenlang lag sie am Pool, döste vor sich hin oder las oder machte ausgiebige  Strandspaziergänge. Sie merkte erst jetzt, wie ausgepowert sie war. Hierher zu kommen war die beste Entscheidung, die sie je getroffen hatte.

Weihnachten kam. Valentina rief ihre Eltern an, die ihrerseits zwar bedauerten, dass ihre Tochter wenige tausend Kilometer von ihnen entfernt war, die ihrerseits jedoch Weihnachten ganz nach ihrem Wünschen und Wollen feierten. Christian bekam eine SMS von ihr, mit den besten Weihnachtswünschen für sich und seine Eltern. Zu mehr hatte Valentina keine Lust. Der Abstand tat ihr gut und die neuen Eindrücke nahmen ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch….

 © G. Bessen 2.1.2014

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21 Kommentare

  1. Hach, nun konnte ich wieder zwei Teile auf einmal lesen, liebe Anna-Lena. *freu* Ich bin so gespannt wie es weitergeht. 🙂
    So eine Auszeit, einfach mal abhauen… *seufz* … das würde ich auch mal gerne machen.

    Ach, übrigens, ich habe – nein, Herr Buchstabenwiese hat – das Buch gefunden. 🙂 Ich bin jeden Tag mehrmals daran vorbei gegangen. Deshalb habe ich es wohl da hingelegt, damit ich es nicht vergessen. 🙂 Doch irgendwann habe ich meine Netbook-Tasche darauf gelegt, und weg war es. Das Buch lag auf einer pinkfarbenen Schachtel und meine Netbook-Tasche ist auch pink. Und dazwischen lag es, schön verborgen. *lach*

    Liebe Grüße,
    Martina

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  2. Hallo Liebes,

    ein frohes Neues Jahr wünsche ich dir.

    Ich werde mit meinem Blog in der nächsten Woche auf einen selbstgehosteten Server umziehen. Dann bin ich nicht mehr über den WordPress-Reader erreichbar und kann auch deine Beiträge nicht mehr so einfach mitverfolgen.

    Ich würde weiterhin gerne deine Beiträge lesen und dir folgen.

    Ich mich riesig freuen wenn wir über die sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram und/oder über Bloglovin in Kontakt bleiben! Ich folge dir dann natürlich auch zurück, damit nichts schief gehen kann!

    Ist das In Ordnung für dich?

    Alles Liebe und alles Gute für 2014,

    Lara

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