Nichts wie weg ! (4)

Valentina hatte ihren Koffer vor sich abgestellt, die Reisetasche darauf und blickte sich suchend um. Der Omnibusbahnhof von Puerto de la Cruz war voller geparkter Busse, so dass sie Schwierigkeiten hatte, den Eingang von der Straße zu erkennen.

Die Intensität der Nachmittagssonne hatte einen leichten Schweißfilm auf ihrer blassen Haut zurückgelassen und sie sehnte sich nach dem langen Flug und der Busreise vom Süden in den Norden nach einer lauwarmen Dusche und leichterer Kleidung.

Ein Auto kam auf sie zu und hielt mit quietschenden reifen vor ihr. Eine junge Frau mit blonden langen Haaren, roten Caprihosen und einer weißen ärmellosen Bluse riss die Fahrertür auf und stürzte lachend auf Valentina zu.

„Ich glaube es nicht, du hast es tatsächlich geschafft! Willkommen auf Teneriffa!“

Valentina und Nora lagen sich lange in den Armen. Es war fast fünf Jahre her, dass sie sich das letzte Mal gesehen hatten.

„Ich habe auch das Gefühl, völlig über mich hinaus gewachsen zu sein. Aber jetzt bin ich so froh, endlich hier zu sein.“

„Komm, lass uns fahren.“

Valentina und Nora waren in ihrer Schulzeit unzertrennlich. Nach dem Abitur hatten sie sich Geld verdient, um für zwei Monate gemeinsam die Kanarischen Inseln zu bereisen. Während Valentina eine Ausbildung zur Erzieherin machte, wurde Nora Fotografin und war viel in der Welt unterwegs. Als Autorin von bebilderten Reiseführern verdiente sie gutes Geld.

Eines Tages überraschte sie Valentina mit der Nachricht, dass sie sich verliebt hatte und nach Teneriffa auswandern würde. Was Nora plante, hatte Hand und Fuß und wenige Monate später eröffnete sie mit ihrem einheimischen Freund Jose ein kleines Hotel mitten in der Altstadt von Puerto de la Cruz. Tradition war beiden wichtig. Somit stach das Hotel in seiner typisch kanarischen Bauweise von allen anderen Häusern deutlich ab und war ein guter Tipp für alle, die die kanarische Küche liebten.

Valentina stand der Mund offen, als sie vor dem schmucken Hotel ankamen.

„Ist das schön!“ , entfuhr es ihr.

Nora hatte ein hübsches und von Licht durchflutetes Zimmer für ihre Freundin ausgesucht.

„Ich erwartet noch einige Gäste, aber in etwa einer Stunde bin ich nur für dich da. Jose freut sich auch schon auf dich.“

Valentina goss sich ein Glas des Willkommensektes aus der Minibar ihres Zimmers ein, setzte sich auf den Balkon und betrachtete die tief verschneite Spitze des Pico del Teide. Diese wunderbare Insel bot alles zu dieser Jahreszeit: Schnee in den Bergen, ein Atlantik, der noch Badetemperaturen hatte, eine Vegetation, die so grün und üppig ihresgleichen suchte und freundliche und nette Menschen, die diese Insel bewohnten.

© G.Bessen 12/13

Advertisements

15 Kommentare

Und was meinst Du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s