Heimat

Das ist des Menschen Haus?

Heimat, was hab ich mir angetan!
Scham schreit im Innern.

Auf den Fluren
blendet gelber Raps –
felderweit – Weizen,
ohne Liebe gesät –
nicht für Brot.

In trockenen Flussbetten
heulen Motoren.
Sie haben Durst.

Städte explodieren.
Unbekannte Sehnsucht
lockt Schwärme von Menschen
in irrisierendes Licht.

Die Nacht wird zum Tag.
Stadien bersten nicht nur
vom Geschrei.

Die Sonne trifft sengend
auf  Mensch und Tier.
Versteck das erhitzte Gesicht
hinter kühlendem  Laub.

Noch gewähren die Blätter Schutz.
Noch sind die Bäume grün.

 

© Barbara Hauser

Das ist des Menschen Heimat?

Was habt Ihr uns angetan?
Entsetzen tief im Inneren.

Bäume bleiben kahl.
Blätter weigern sich zu wachsen.
Flussbetten bleiben leer.
Vögel ersticken am eigenen Laut.

An den Häuserwänden
Einschusslöcher
von  Kinderhand,
zersplitterte Scheiben
in einer Geisterstadt.

Hass in den Herzen,
Kampfeslust.
Gewalt ist das Wort
für inneren Frust.

Kein Ende der Kriege,
nur Auge um Auge,
Zahn um Zahn.
Wann hört er nur auf ,
der Zerstörungswahn?

© Gaby Bessen